Johanniskraut

  • Hypericum perforatum
  • Tüpfel-Johanniskraut, Hartheu, Tüpfel-Hartheu, Sonnenwendkraut, Hexenkraut, Mannsblut, Johannisblut
  • (Fam. Cluciaceae, früher: Hypericaceae, Johanniskrautgewächse)

Kräuterbeschreibung

Beschreibung

Das Tüpfel-Johanniskraut (Hypericum perforatum) hat einen aufrechten Wuchs und wird meist bis 60 (max. 100) cm groß. Der durchgehende Stengel ist rund, innen markig und besitzt 2 Längskanten. An den Seitentrieben befinden sich sitzend oder kurzstielig und gegenständig angeordnet bis 3 cm lange Blätter mit oval-eiförmiger bis länglich-ovaler Form; sie sind dicht mit hellen, durchsichtigen Öldrüsen (= Sekretbehältern) besetzt (perforatum von lat. perforatus = durchlöchert). Ab Mitte Juni erscheinen die endständigen, in rispigen Blütenständen (Trugdolden) angeordneten, goldgelben Blüten. Ihre 12 bis 15 mm langen Blütenblätter besitzen unterseits am Rand noch weitere, aber andersartige Sekretbehälter, die als schwarze Punkte oder kurze Striche erkennbar sind. Die Frucht ist eine bis 10 cm lange und breit bis schmal eiförmige 3 bis 5-klappige Kapsel. Der dunkelbraune, feinwarzige Samen hat eine zylindrische Form.
Von H. perforatum existieren zahlreiche Variationen, z. B. das Schmalblättrige (var. angustifolium), Kleinblättrige (var. microphyllum) oder Breitblättrige Tüpfel-Johanniskraut (var. latifolium); außerdem noch einige taxonomisch unklare Typen und Hybriden.

Verwandte Kräuter

Hypericum perforatum Tüpfel-Johanniskraut, Hartheu, Tüpfel-Hartheu, Sonnenwendkraut, Hexenkraut, Mannsblut, JohannisblutDie Gattung Hypericum umfaßt weltweit rund 370 Arten, darunter nicht nur einjährige Kräuter und Stauden, sondern auch Sträucher. In Mitteleuropa sind 9 Arten einheimisch und einige ausländische Gartenpflanzen kommen auch verwildert vor. Bei folgenden Arten wurde eine ähnliche Wirkung wie bei Hypericum perforatum nachgewiesen: H. maculatum (Geflecktes Johanniskraut), H. elegans (Zierliches J.), H. pulchrum (Schönes J.), H. tetrapterum (Flügel-J.), H. montanum (Berg-J.), H. humifusum (Niederliegendes J.) und H. hirsutum (Behaartes J.). Oft mit H. perforatum verwechselt wird vor allem H. maculatum, unterscheidbar u. a. an seinem vierkantigen und hohlen Stengel (dieser ist bei H. perforatum zweikantig und innen markig). Die perforiert erscheinenden Öldrüsen sind keineswegs auf H. perforatum beschränkt und kommen auch bei anderen Arten vor.

Vorkommen

Herkunft und Verbreitung

Hypericum perforatum Tüpfel-Johanniskraut, Hartheu, Tüpfel-Hartheu, Sonnenwendkraut, Hexenkraut, Mannsblut, JohannisblutDas Tüpfel-Johanniskraut ist in Mitteleuropa von der Ebene bis in die subalpine Region (900 m) weit verbreitet und kommt auch in Westasien und Nordafrika vor. In den kühl-gemäßigten Zonen der Erde wurde es weltweit verschleppt oder eingebürgert, z. B. in Ostasien, Australien, Mittel- und Südamerika.

Standort

Hypericum perforatum Tüpfel-Johanniskraut, Hartheu, Tüpfel-Hartheu, Sonnenwendkraut, Hexenkraut, Mannsblut, JohannisblutDie Pflanze ist fast überall häufig anzutreffen. Man findet sie an Weg-, Acker- und Wiesenrändern, in Magerweiden, Magerrasen, Gebüschsäumen und lichten Wäldern, auch als Pionier. Sie bevorzugt frische bis mäßig trockene, etwas saure bis neutrale und eher tiefgründige Böden, die humusreich oder roh sein können. Ihre Wurzeln reichen bis 50 cm tief in den Boden.

Kultivierung

Johanniskraut stammte noch vor etwas mehr als einem Jahrzehnt in erster Linie aus Wildvorkommen in Europa, vor allem Osteuropa. Durch die Entwicklung zu einem regelrechten „Modeheilkraut“ stieg der Bedarf gewaltig an. Für die Verwendung in der pharmazeutischen Industrie wird es heute großflächig angebaut. Die maschinelle Ernte der oberirdischen Pflanzenteile findet zu Beginn der Blütezeit statt, wenn die Wirkstoffkonzentration am höchsten ist (meist um den Johannistag herum, 24. Juni).
Die Pflanze läßt sich aber auch im eigenen Garten anbauen. Im Handel sind Samen oder auch vorgezogene Pflanzen erhältlich. Der Samen wird einige Minuten gewässert und Ende März in Zuchtschalen eingesät. Die Keimpflanzen setzt man im Abstand von mindestens 45 cm ins Freiland. Einfach herzustellen sind Trockenpräparate zur Verwendung als Tee oder Pulver (= das getrocknete und zerriebene Kraut).

Brauchtum

Brauchtum

Hypericum perforatum Tüpfel-Johanniskraut, Hartheu, Tüpfel-Hartheu, Sonnenwendkraut, Hexenkraut, Mannsblut, JohannisblutSchon im antiken Griechenland heilte man Verletzungen mit einem Gemisch aus Johanniskrautextrakt und Olivenöl – eine Methode, die auch heute noch angewendet wird. Man glaubte daran, daß charakteristische Pflanzenmerkmale auf ein bestimmtes Anwendungsgebiet hinweisen. Beim Johanniskraut mit seiner (blut-)roten Flüssigkeit war die eindeutige Zielrichtung eine Behandlung von blutenden Wunden.

Pflanzenmerkmal und nachgewiesene Wirkung stimmten hierbei überein. Das Mittel wurde nun auch bei anderen Wunden (z. B. Verbrennungen) genommen, wo es ebenfalls half. Daneben gab es schon damals eine Vielzahl weiterer Anwendungen (z. B. Verdauungsstörungen, Rheuma, Kräftigung von Herz und Leber, Reinigung der Nieren. Lungenkrankheiten und Frauenleiden).

Auch die alten Germanen nahmen das Johanniskraut für die Wundheilung und ebenso zur Fiebersenkung. Man schrieb ihm magische Eigenschaften zu. Die Frauen schmückten zum Sonnwendfest (Samhain) ihre Haare mit dem geflochtenen Kraut und die Männer trugen es bei sich, weil es vor Hieb- und Stichverletzungen schützen sollte.
Im Mittelalter war das Brauchtum zum Johanniskraut – wie bei den meisten Heilkräutern – vor allem vom Aberglauben geprägt. Besonders die beim Zerdrücken der gelben Blütenblätter austretende ziegelrote („blutige“) Farbe des medizinisch wichtigen Wirkstoffs Hypericin (Namen: Mannsblut, Johannisblut) gab Anlaß zu vielen Vermutungen und Legenden. Eben deshalb kann man aber auch davon ausgehen, daß damals ausschließlich die den Wirkstoff enthaltenden Arten verwendet wurden. In keinem der älteren Kräuterbücher Europas und des Mittelmeergebiets soll eine jener Arten genannt sein, die den roten Farbstoff nicht enthalten und daher als Heilpflanze nur wenig geeignet sind.

Die Kirche nahm das Johanniskraut (benannt nach Johannes dem Täufer, Namenstag am 24. Juni, dem Sonnenwendtag) zur Teufelsaustreibung, denn der Teufel selbst soll es aus Wut mit tausend Nadelstichen durchbohrt haben, weil ihm das Kraut nichts anhaben konnte.
Im 19. Jh. wurde das Johanniskraut von der Schulmedizin abgelehnt und taucht in vielen der damaligen Arzneibücher überhaupt nicht mehr auf. Daß man die Pflanze als wirkungslos ansah, ist einerseits auf Verwechslung mit wirkstoffarmen Arten und andererseits auf den Vertrieb eines mit Alkanna rot gefärbten Öls unter dem Namen „Johanniskrautöl“ (Placebo) zurückzuführen. Bis zum 20. Jh. war das Johanniskraut nur noch in der traditionellen Heilkunde gebräuchlich. 1941 wurde es als „Herba hyperici“ in das Deutsche Arzneibuch aufgenommen.

Wissenswertes

Hypericum perforatum Tüpfel-Johanniskraut, Hartheu, Tüpfel-Hartheu, Sonnenwendkraut, Hexenkraut, Mannsblut, JohannisblutBei den auf der Pflanze sichtbaren hellen und oft auch dunklen Flecken (Blättchen gegen das Licht halten) handelt es sich um Sekretbehälter. Die hellen enthalten ätherische Öle und die dunklen den Wirkstoff Hypericin zusammen mit anderen hypericinähnlichen Stoffen und angelagerten Farbstoffen (Hypericinrot). Von 314 untersuchten Hypericum-Arten besaßen 51,6 % helle und dunkle, 46,9 % dagegen nur helle Sekretbehälter (Rest ungeklärt).
Hypericin ist vollkommen luftbeständig. Den Nachweis hierfür brachten Untersuchungen von Johanniskraut aus dem Münchener Herbarium. Es stammte von 1822 und enthielt das Hypericin wie in einer frischen Pflanze.
Der Gattungsname stammt aus dem griechischen (hypereikon – das auf der Heide wachsende Kraut, latinisiert Hypericum) und wird schon seit mehr als 2000 Jahren vewendet. Der Name Hartheu besagt, daß es als Viehfutter verwendetes Heu wegen seiner derben Stengel hart machte.

Eigenschaften

Wesentliche Inhaltsstoffe

Hauptwirkstoffe der oberirdischen Pflanzenteile des Johanniskrauts sind einerseits Naphthodianthrone, vor allem das Hypericin und hypericinähnliche Stoffe (= Gesamthypericin; insgesamt rund 0,1 % im getrockneten Kraut) und andererseits das instabile, oxidationsempfindliche Phloroglucin Hyperforin. Weitere Inhaltsstoffe sind 2 bis 4 % Flavonoide und Derivate, vor allem das Quercetin mit Glykosiden (Isoquercetin, Quercitrin). Aus Blütenständen wurden zwei Biflavonoide (Biapigenin und Amentoflavon) isoliert. Ätherisches Öl (0,05 bis 0,3 %), Gerbstoffe und Pflanzensäuren (Chlorogensäure, Kaffeesäure) zählen zu den weiteren Inhaltsstoffen der Pflanze.

Eigenschaften, Wirkungen

Johanniskraut hat einen herben, bitteren Geschmack. Die ausgeprägte antibiotische Wirkung (z. B. gegen Staphylokokken und Streptokokken) ist auf das Hyperforin zurückzuführen. Die Hypericine wirken antiviral. Früher wurde ihnen auch die Wirksamkeit bei nervösen Erkrankungen und Depressionen, Angst und nervöser Unruhe zugeschrieben (in den Beschreibungen mancher Präparate ist daher noch der Hypericingehalt als wirksamer Bestandteil angegeben). Untersuchungen seit den Jahren 1997/98 zeigten jedoch, daß für die antidepressive Wirkung zahlreiche Mechanismen verantwortlich sind und hierbei das Hyperforin von zentraler Bedeutung ist. Wahrscheinlich hemmt es die Aufnahme von Botenstoffen (= Neurotransmittern / Hormonen, z. B. Serotonin, Dopamin, Noradrenalin, deren Mangel Nervosität, Unruhe und Angstgefühle bewirkt) in die Verbindungsstellen der Nervenzellen. Es ist anzunehmen, daß einzelne Inhaltsstoffe alleine weniger wirksam sind als ein Extrakt aus der ganzen Pflanze. Die entzündungshemmenden, schmerzstillenden und heilungsfördernden Eigenschaften des Johanniskrauts bei Verletzungen und bei Verbrennungen sind auch auf ätherische Öle, Gerbstoffe, Flavonoide und Amentoflavon zurückzuführen.

Forschung

Bei den Inhaltsstoffen Hypericin und Quercetin war schon früher eine antivirale Wirkung bekannt. 1988-90 machte man dann die aufsehenerregende Entdeckung, daß beide Substanzen im Reagenzglas auch das Wachtum von Retroviren hemmen (z. B. HIV-Viren/Aids; Grippe-, Leukämie- und durch Zecken übertragene Enzephalitis-Viren). Eine dem Hypericin sehr ähnliche Substanz (Penicilliopsin), die gleichfalls eine hohe Wirkung gegen Retroviren aufweist, produziert der Pilz Penicilliopsis clavariaeformis. Aus Penicilliopsin läßt sich das Hypericin in einem technisch aufwendigen Verfahren in größeren Mengen herstellen. Johanniskraut enthält außerdem die im genannten Pilz ebenfalls nachgewiesenen Anthrachinone Skyrin und Oxyskyrin.

Warnhinweise

Besonders bei hellhäutigen Menschen kann es durch das im Johanniskraut enthaltene Hypericin zur Photosensibilisierung kommen, d. h. die Haut wird gegen Sonne empfindlich (Hypericin bewirkt bei anschließender Belichtung die Zerstörung von roten Blutkörperchen). Betroffen sind auch unpigmentierte Weidetiere (z. B. weiße Pferde, Schafe), bei denen es zu Krämpfen und Todesfällen kam. Therapeutische Dosierungen enthalten meist eine zu geringe Dosierung, um diese phototoxischen Reaktionen auszulösen. Dennoch wird dringend geraten, Sonnenstrahlen und Höhensonne bei der Anwendung zu meiden – besonders dann, wenn die Dosis nicht genau bestimmbar ist (z. B. bei selbstgesammeltem Kraut). Bei den empfohlenen therapeutischten Dosen ist eine photosensibilisierende Wirkung jedoch nicht zu befürchten.
In seltenen Fällen können Allergien auftreten.

Anwendung

Anwendungsgebiet

Hypericum perforatum Tüpfel-Johanniskraut, Hartheu, Tüpfel-Hartheu, Sonnenwendkraut, Hexenkraut, Mannsblut, JohannisblutArzneidroge: Hyperici herba (Johanniskraut)
Die innere Anwendung erfolgt bei psychovegetativen Störungen (= auf seelisch/geistige Ursachen zurückzuführende Funktionsstörungen des Körpers), Depression (traurige Verstimmung), Angst, nervöse Unruhe, Migräne und Schlaflosigkeit sowie auch bei Ernährungsbeschwerden (z. B. Verdauungsstörungen, Appetitlosigkeit). Äußerlich wird die Droge zur besseren und schnelleren Wundheilung bei scharfen und stumpfen Verletzungen, Muskelschmerzen und weniger schweren Verbrennungen (Verbrennungen 1. Grades = Hautrötung ohne Blasenbildung) verwendet.
In der Volksheilkunde nimmt man das Johanniskraut bei Angstzuständen auch zusammen mit Baldrian als Tee oder Tinktur.

Anwendungsart

xHypericum perforatum Tüpfel-Johanniskraut, Hartheu, Tüpfel-Hartheu, Sonnenwendkraut, Hexenkraut, Mannsblut, JohannisblutDie oberirdischen Teile des Krauts von Hypericum perforatum werden während der Blütezeit gesammelt und frisch oder getrocknet verwendet. Die oft zu lesende Angabe (z. B. im Monograpie-Kommentar), daß die Arten H. maculatum und H. montanum sehr viel weniger Hypericin als H. perforatum enthalten, konnte durch Analyseergebnisse nicht bestätigt werden und ist zumindest anzuzweifeln.
Innerlich nimmt man die geschnittene oder pulverisierte Droge als feste oder flüssige, äußerlich als flüssige oder halbfeste Zubereitung. Für innere oder äußere Anwendungen können auch Zubereitungen mit fetten Ölen (z. B. Olivenöl) hergestellt werden.
Als mittlere Tagesdosis zum Einnehmen werden 2 bis 4 g Droge oder 0,2 bis 1,0 mg Gesamthypericin empfohlen.
Bei der Verwendung von selbstgesammeltem Pflanzenmaterial ist zu beachten, daß der Gehalt des Hauptwirkstoffs Hypericin sehr stark schwanken kann. Unterschiede gibt es nicht nur zwischen den einzelnen Johanniskraut-Variationen und -Arten; auch die verschiedenen Pflanzenteile besitzen einen unterschiedlichen Wirkstoffgehalt, der zudem noch jahreszeitlichen Schwankungen unterworfen ist.

Homöopathie

Hypericum perforatum Tüpfel-Johanniskraut, Hartheu, Tüpfel-Hartheu, Sonnenwendkraut, Hexenkraut, Mannsblut, JohannisblutHomöopathisch wird ausschließlich Hypericum perforatum verwendet. Bei der inneren Anwendung ist die Wirkung vor allem auf das zentrale und periphere Nervensystem und die Haut ausgerichtet. Anwendungsgebiete sind u. a. Depressionen, Nachbehandlung bei Gehirn- und Rückenmarkserschütterungen und Hautkrankheiten, die auf Lichtempfindlichkeit beruhen.
Man dosiert es oft in niedrigen Potenzen D0 bis D4 und verordnet es zumeist als D6 (täglich 3 x 5 bis 10 Tropfen über Tage oder Wochen), aber auch in Hochpotenzen (D30). Zum äußeren Gebrauch nimmt man die Urtinktur oder D1 zur Behandlung von Verletzungen, Brandwunden und Hämorrhoiden.

Produkte

Getränke

Johanniskraut dürfte in vielen Kräuterbittern enthalten sein, doch hier hat jeder Hersteller eigene und meist geheimgehaltene Rezepturen. Ein Johannisbitter wird von der Gerasdorfer Landbrand-, Likör- und Kräuterwein-Manufaktur vertrieben.

Tee

Empfohlen wird die Anwendung von standardisierten und kontrollierten Produkten, z. B. Johanniskraut-Tee als Teebeutel oder lose aus der Apotheke oder Drogerie.
Zur eigenen Herstellung wird das etwa 5 cm über dem Boden abgeschnittene Kraut getrocknet, indem man es kopfüber an einem dunklen, gut belüfteten und wärmeren Ort (z. B. im Heizungskeller) aufhängt. Nach etwa 1 Woche ist der Trockenvorgang abgeschlossen. Das Kraut läßt sich zerbrechen man kann es in dunklen und gut verschlossenen Gefäßen aufbewahren.
Zur Tee-Herstellung nimmt man 6 Teelöffel getrocknetes Johanniskraut auf 1/2 Liter Wasser. Für einen Verdauungstee läßt man 10 Minuten ziehen und gibt noch eine Prise frischgemahlenen Pfeffer hinzu; ein Beruhigungstee ist schon nach 8 Minuten fertig und kann mit einem oder zwei Teelöffeln Honig gesüßt werden; zur Herstellung eines Herztees läßt man 12 Minuten ziehen, um eine höhere Konzentration des herzwirksamen Gerbstoffs zu erhalten und kann ebenfalls mit Honig süßen.

Tipps

Das Interesse der Bevölkerung am Johanniskraut hat in den letzten Jahren sehr stark zugenommen, nicht zuletzt durch zahlreiche Berichte über das „Wunderkraut“ in allen Medien. In Apotheken, Drogerien, Super- und Billigmärkten ist heute eine Vielzahl von Johanniskraut-Fertigpräparaten erhältlich, darunter etwa 100 Arzneimittel. Mit einigen Ausnahmen (z. B. naturreine Preßsäfte, Tees, Öle) haben medizinische Präparate eine bestimmte und gleichbleibende Wirkstoffkonzentration, die auf der Verpackung angegeben sein muß. Beim Johanniskraut ist in der Regel aber nur das Hypericin standardisiert (z. B. zwischen 0,05 und 0,9 Mikrogramm in einem Dragee) und alle anderen Wirkstoffe können in unterschiedlichen Konzentrationen vorliegen. Heilkräuterpräparate sind einem immer stärkeren Konkurrenzdruck ausgesetzt und die pharmazeutische Industrie bietet zur Umsatzsteigerung auch zunehmend Kombinationsmittel mit mehreren Heilkräutern an. Diese erscheinen oft wenig sinnvoll zusammengestellt oder ihre Einzelkonzentrationen sind allzu gering – besonders häufig dann, wenn sehr viele Kräuter enthalten sind. Als grobe Orientierungshilfe werden meist Johanniskrautpräparate mit insgesamt nicht mehr als 3 Kräutern oder deren Wirkstoffen genannt, z. B. zusammen mit der Kava-Kava Wurzel (angstlösend) oder Baldrian (beruhigend), aber auch mit Kamille (magenfreundlich), Hopfenblüten (schlaffördernd) oder Weißdornblüten (herzstärkend).